Website relaunch · Okt 15, 02:28 by Rafael Pohle
Wir haben unsere Website umgestaltet. Weg vom einfachen HTML hin zu Flash. Also: mehr Infos zu vain:trash gibt es unter www.vain-trash.de.
Zwei Screenshots der Site:


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Wir waren beim Bessere Zeiten Festival 2 dabei. Auf www.bessere-zeiten-festival.de gibt es jetzt die offizielle Festival-Review. Für alle Lesefaulen hier der Ausschnitt, der sich mit uns beschäftigt:
[Das Festival fing mit] Vain:Trash an. Verdammt ist es ein schweres Ding Nachmittags um Drei auf ne Bühne zu steigen und das recht locker verteilte und motivierte Publikum von der eigenen Musik zu überzeugen. Das fetzt glaub ich, nicht wirklich aus allen Betrachtungsweisen. Aus unserer – irgendwie müssen wir ja anfangen – Betrachtungsweise, sollte es allerdings 15 Uhr starten und das wird jede Band bestätigen, wenn der Martin (Stagemanager) irgendwas kann, ist es diese fiese, große, weiße, stetig tickende Uhr auf der Bühne abzulesen. Der Posten ist klar, das Los auch aber Vain:Trash sind große Jungs und machen locker das Beste daraus. Die jungen Alternativ-Rocker machten ihre Sache irre gut und dass zuerst die Tische und Bänke an den Bierwagen besetzt wurden und nicht der Bereich vor der Bühne, erscheint ihnen wohl auch logisch, weshalb man nicht den Einruck hatte, als würde sie das beeinflussen. Vain:Trash rocken kräftig ab und ich denke, gerade durch die außergewöhnlich angenehme Stimme des Sängers, mit dem Pseudonym Ricadilly Vain und eingängig melodiösen Songs wie “Rock’n’Roll Rodeo”, werden wir uns an Vain:Trash wohl durchaus noch ein Weilchen erfreuen dürfen. Wer sie nicht gesehen hat, weil er noch müde war oder einfach am Bierstand stand (das bedürfte dann noch einer kleinen Kurzsichtigkeit), sollte dringenst mal auf eins der nächsten Konzerte gehen. Eins ist klar, diese Band rockt auch außerhalb der Kaffee-und-Kuchen-Zeit.
Autor: Stefan BC-Team
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Die Dresdner Band New Reality feierte gestern ihre RecordReleaseParty und hat vain:trash als Support eingeladen. Und wie gut die Party war, sieht man den Bildern an.



Auch ich möchte einen kleinen Beitrag über unsere abenteuerliche Reise nach Polen verschriften.
Alles begann (mal abgesehen von der Vorgeschichte) am Mittwoch früh.
Wie immer klingelt mein Wecker um 8, wie immer entscheide ich mich jedoch weiter zu schlafen. Obwohl ich mir noch vorgenommen hatte einige Sachen zu erledigen, wurde die Zeit natürlich immer knapper.
Bereits um 12 Uhr, das war der O-Ton, sollte ich geschminkt den Proberaum der Herren Vain erreicht haben, um dort meine Arbeit anzutreten.
Naja, von meinen geplanten Aufgaben wurde leider keine mehr umgesetzt, aber im nachhinein erschien es auch als überstürzte “Hektikmache” ein Grabstein für meine holde Mutter zu bestellen, schließlich soll der Auslandsaufenthalt nicht mehr als 3 Tage betragen. Ich hoffe doch, dass die Frau wenigstens noch 40 Jahre lebt.
Aber zurück zum Thema: Ich schwang mich also ungekämmt, ca. halb 12 in mein Fahrzeug, von welchem ich bis dahin fest behauptet hätte, es trägt mich bis zum Mond und zurück, um direkt in mein Büro zu fahren und meinen Koffer zu holen, welchen ich bestückt mit diversen Test-Cd´s, Kopfhörern und ein paar Notfallkabeln auf jegliche Muggen mitschleppe um einen First-Aid zu gewährleisten, wenn ich als Mischpultschorsch umherfahre.
Im Büro angekommen, noch etwas verduselt vom schlafen, stellte ich fest, dass ich meinen Koffer auf dem Bessere-Zeiten-Festival mit einem Ford Transit getötet hatte und daher leider nicht auf die guten Eigenschaften eines tragbaren, kompakten Alukoffers zurückgreifen kann. Daher begann ich meine fahrt ohne Koffer und Inhalt zum Proberaum.
Unterwegs mußte ich mich bereits telefonsich rechtfertigen, wieso ich wahrscheinlich nicht pünktlich erscheinen werde.
Naja, ich konnte es nicht ändern, dass eine Herde Schafe über die Straße getrieben wurde und ich dort so lange warten mußte.
Manchmal habe ich auch das Gefühl, dass die Schäfer das immer machen, wenn ich vorbei komme.
Wie dem auch sei. Ca. viertel eins erreichte ich den Proberaum, mit quitschenden Reifen, ähnlich bekannter Rennfahrerlegenden, kam ich zum stehen. Das zu transportierende Material wurde bereits bereitgestellt um es auch direkt zu verladen.
Eine überschwängliche Begrüßung von den Anwesenden erging auch recht schnell über mich, sodass ich dann auch direkt Anweisungen zur Regelkonformen Beladung meines LKW´s geben konnte.
Man verlor nicht viel Zeit und bestieg die Maschienen um dann direkt loszupreschen, damit man ca. 100m weiter an der Stelle zum tanken, den Tank vollfrecksen kann, damit man Non-Stop bis in die Wallachei fahren kann.
Naja, so begab man sich auf die Autobahn, wo schnell festgestellt wurde, dass eine Reisegeschwindigkeit von mehr als 120 km/h utopisch erscheint. Schließlich fahren wir LKW.
Etwas gelangweilt von der zermürbenden Langsamfahrt suchte ich vergeblich nach dem Tempomat.
Piet, der sich erbarmt hatte mein Beifahrer zu sein, versuchte sogleich in einen tiefen Dornröschenschlaf zu fallen, um das Elend nicht bei vollem Bewußtsein zu ertragen. Naja, ich wurde allein gelassen und mußte zusehen, wie man fast von Fahrradfahrern überholt wurde.
Nach 180 km Fahrt, kurz vor der Grenze zu Polen, wurde der erste unfreiwillige Stop eingelegt um mein Fahrzeug trinken zu lassen, diesmal keinen Sprit, sondern Wasser. Wahrscheinlich war ihm nicht gut und er hatte zuvor alles ausgebrochen :-).
Die Fahrt wurde jedoch gleich fortgesetzt.
An der Grenze angekommen, stellten wir erleichtert fest, das wir wahrscheinlich um eine anale Befühlung, durch die Grenzwärter drumrumkommen. Man war wohl auf der Suche nach 5 Kilo geklautem Gold, welches man in Sascha’s Gedärmen vermutete.
Aber er konnte sich erfolgreich rausreden.
Nach den ersten Kilometern auf polnischen Straßen widerholte sich der Akt, mein Fahrzeug an eine Tränke zu führen.
Sehr nervig. Deshalb gingen wir auf Fehlersuche, kamen zu dem Schluß, dass wir nicht wissen wo der Fehler liegt und mit Hilfe von Sascha, dem Goldschmuggler, ein Multitallent (denn er lernt auch grade den Beruf des Kabelindianers), schlossen wir den Lüfter für den Kühler kurz und konnten so mit 100 km/h unsere Fahrt fortsetzen (noch 400 km).
Im übrigen waren die 100km/h gelogen, es waren nur 90.
Die erste wirklich gewollte und benötigte Pause auf unserem Trip, machten wir an einer neumodischen Raststätte an einer Autobahn (ja, in Polen gibt es jetzt auch Autobahnen).
Alle waren völlig ausgehungert und mir stand das Wasser schon auf der Stirn. Egal,... erstmal essen, dann Kaffee dann Klo.
Die Auswahl an Nahrungsmitteln auf dieser Tankstelle war ähnlich der Auswahl von Wurst bei einem Bäcker. Es gab dann eingeschweißte “Sandwiches”. Zu dem Belag äußere ich mich nicht weiter.
Der Kaffee war wunderbar widerwärtig. Erfreulicherweise schüttete ich mir davon auf helle Hose und T-Shirt. Es gab gar herrliche Flecken.
Zurück zum Wasser…., ich mußte noch ein Geschäft erledigen und mir die Arme vom Kaffee abwaschen.
Angekommen auf dem Tankstellenklo, drangen stöhnende Laute in mein Ohr, welche zwangsläufig aus der Kackkabine kamen. Da ja bekanntlich Schall schneller ist, als der Wind (oder wie war das gleich ) nahm ich erst einen Augenblick später den Duft war, welcher versuchte mir die Tränen aus den Augen zu drücken.
Ich verließ diese Räumlichkeit, stellte die Stange Wasser an die Rückwand der Tankstelle und redete mir ein, dass Kaffeeverklebte Arme ziehmlich cool sind.
Die Fahrt ging weiter, nunmehr schon in der Dunkelheit.
Piet, der immer noch neben mir saß, wurde langsam wach und wir begannen nach ca. 5 vorangegangenen Stunden endlich ein etwas längerdauerndes Gespräch zu führen. Das Thema ist geheim,... ich schäme mich sonst.
Wir wurden öfters unterbrochen, von einem Verkehrsraudie sondersgleichen. Ein blauer Golf Kombi versucht ständig uns von der Fahrbahn abzudrängen. Wahrscheinlich ein wildgewordener Pole,... zumindest sah der Fahrer so aus.
Beim genaueren Hinschauen allerdings kam der Schock…. Dieser Pole hatte den Rest der Band entführt. Sie saßen alle in diesem Auto und winkten uns zu, damit wir aufmerksam werden.
Piet, der nicht schlief, beruhigte mich und versicherte mir, dass alles in bester Ordnung sei. Der blaue Golf würde schon seit Leipzig hinter uns fahren und wäre das zweite offizielle Bandmobil.
Naja, Sicherheit ist die Mutter der Porzellankiste… oder so.
Wir erreichten tatsächlich unser Ziel…. keiner hatte es mehr erwartet und ich hatte bereits wieder meinen Ausweis rausgekramt, damit wir an der ukrainischen Grenze problemlos passieren könnten. Leider fand ich meinen. Leider hatte die Band ihre Impfpässe (in der die Tollwutimpfung ausgewiesen ist) zu Hause liegen lassen. Daher kam uns das unerwartete erreichen des Ziels ganz gelegen.
Die Stadt Zgierz erhob sich vor unseren Augen. Ein herrliches Fleckchen Erde, ....mit Holzhäusern und Straßenbahnschienen, welche soweit aus der Straße ragten, dass ich es bereute, meine Bergsteigerausrüstung für meinen Opel Combo (ja, ein geiler Hundefänger) nicht mitgeführt zu haben.
Einige Achsbrüche später, stellten wir fest, keinerlei Informationen zu besitzen, an welcher Stelle in diesem Ort wir unsere Kontaktperson treffen sollen.
Deshalb nahm Fabian, der wildgewordene Schein-Pole die Führung der Fahrzeugkolonne an sich und hielt an einer Straßenbahnhaltestelle, direkt nach einer Ampel.
Dort wurden wir angespuckt,...der Täter rannte dann schnell weg und er setzte seine Fahrt fort,... er wurde fast von 3 Fahrzeugen gerammt und knallte dann zweimal gegen den Bordstein…. welch Hochgenuß.
Ich war froh, an der Tanstelle uriniert zu haben. Ansonsten hätte ich es in mein geschmeidiges Gefährt laufen lassen …. vor lachen.
Ein erneuter Stop verschlug uns in eine Seitenstraße.
Dort, befragte man verschiedene leicht bekleidete Mädchen nach dem Weg zum Festival.
Sie schickten uns zu einem Museum, welches aussah, als ob das Haus das eigentliche Museum wäre. Naja, zu guter letzt fanden wir eine Kneipe, welche auch die richtige war.
Dort angekommen fanden wir schnell Matthew Mirys. Der Oberboss fürs Festival. Er lud uns auf Flaschen Vodka ein welche wir auf der Stelle leeren mußten.
Er meinte, dass wäre hier so Brauch.
Vielleicht lag es auch einfach an den Verständigungsproblemen.
In dieser Kneipe wurde grade ein Vortrag von einem ziehmlich behaarten polnischen Biertrinker gehalten.
Es ging um verschiedene Biersorten.
Zu allem Überdruß mußte dies mit einer Beschallungsanlage getan werden. Damit waren wir uns dann 100% sicher, das wir kein Wort dieser Sprache verstehen.
Während wir da berieselt wurden, schmiedete die Band den teuflischen Plan, ihre Akkustikgitarren und ihre Stimmen zu benutzen um nach dem Vortrag die anwesenden polnischen Mitbürger zu bekreischen.
Gesagt getan. Ein bischen rumgeklimper und die östliche Bevölkerung Europas war völlig aus dem Häuschen und Schrie und Krakehlte was das Zeug hält.
Im Anschluß würde sogar Fabian munter, griff zur Gitarre und gab uns ein paar Abrisse aus seinem Leben preis. Schließlich gesellte sich ein fettleibiger Pole zu ihm, welcher die zweite Gitarre zu würgen begann und man stimmte ein zu Liedern wie “NAckig an der Himmelstür”. Eine wahre Party….
Zu guter letzt dämolierte Fabian sich seine Knie, indem er sich auf dem Fußboden rumkugelte um zu zeigen dass das Lied sich scheinbar dem Ende zuneigte. Ein wahrhaft teuflischer Plan…
Nachdem alle genügend besoffen waren, brachen wir auf, um unsere Unterkunft zu beziehen.
Wir verluden eine Matratze in mein Auto. Das gab uns etwas zu denken. Denn zu sechst im Auto schlafen,... auf einer Matratze,... hört sich ehr nach einer Orgie an, als nach gesundem Schlaf.
Aber wir wurden etwas überrascht, als wir vor einem Firmengelände der Firma “Torggler” zum stehen kamen.
Da uns keiner öffnete, es war ja ca. o1.00 Uhr, brachen wir das Tor mit unserer Manneskraft auf und fuhren zum Firmeneigenen Gästehaus, wo wir nächtigen sollten.
Ein von Wiese und Blumenbeeten umsäumtes Häuschen. 2 Zimmer, Bad und ne Küche.
Alles was man braucht um sich wie ein Rock-Star zu benehmen.
Wir verabschiedeten unseren polnischen Geleitschutz und schlugen uns direkt um die Bettenverteilung.
Rico verlor und mußte die 2 Nächte aufm Klo schlafen.
Der Rest machte es sich in den zwei Zimmern gemütlich.Um 8 wollte man uns wecken, damit man mein Auto in ne Werkstatt bringen kann und um 10 nach Lodz fährt, ne Sightseening Tour machen.
Wir schliefen also recht schnell, also alle, außer mir.
Ich teilte mir ein Zimmer mit Fabian.
Er meinte zu mir noch: “Kann sein dass ich’n bissl schnarche.”
Naja, besser wäre gewesene wenn er gesagt hätte, dass er ein bisschen NICHT schnarcht.
Ich bekam die ganze Nacht kaum ein Auge zu. Mit gezielten Tritten und Schlägen gegen die Wand, konnte ich soviel Lärm erzeugen das der Herr kurz munter wurde und ich ca. 10 Sek. Zeit hatte schlaf zu finden.
Egal, um 8 aufstehen viel mir garnicht schwer, schließlich war ich nicht müde, woher auch Müde wird man nur, wenn man geschlafen hat.
Schnelles Frühstück mit Weißbrot und Wurst die nach nichts schmeckt und Krümelkaffee.
Viel zu früh trafen Matthew Mirys, der im weiteren Verlauf Matthew genannt wird und Patricia ein um mich zu einer Werkstatt zu bringen. Wir bestiegen unsere Maschienen und ich folgte dem Daewoo Nexia von Matthews Mutter, welcher bestimmt vor 3 Tagen noch einen Besitzer in Dtl. hatte.
Wir fuhren mehrere Werkstätten ab. Leider konnte uns keine weiterhelfen, bzw. wurde ich in meiner Theorie bestärkt, dass die Polen ihre eigene Sprache nicht verstehen.
Schließlich konsultierten wir Patricias Vater, welcher voller Stolz mit seinem in Dtl. geklauten Vectra angeschossen kam.
Er brachte uns zu einer Werkstatt im Vorstadtghetto von Zgierz.
Naja, ich redete mir ein, dass bestimmt alles klappen wird.
Nachdem ich dem Werstattmann mit 3 Dolmetschern erklärt hatte wo das Problem liegen könnte, ließen wir mein Fzg. zurück und fuhren zu Torggler. Dort machten wir uns fertig für Lodz-Besichtigung.
Zu Fuß begaben wir uns zur Straßenbahnhaltestelle. Auf dem Weg dort hin, erzählten uns Matthew und Patricia von sich und man lernete sich ein bisschen besser kennen.
An der Haltestelle wiesen wir darauf hin, garkeine Fahrkarten zu haben. Aber sie meinten nur, dass in diesen alten Bahnen nie kontrolliert würde.
Ich erschreckte als wir die Bahn bestiegen. Es wurden Ziegen, Hühner und sogar Pferde damit transportiert.
Nach 4 Haltestellen hielten 2 nette ältere Polen in der Bahn auf uns zu und meinten : Bla bla bla. Wie sollte es anders sein, 2 x Kontrolletowitch.
Nach langem hin- und her-diskutiere
mußten wir mit denen aussteigen, die Polizei wurde gerufen und da Fabian, Sascha und Raf so komisch aussehen, wurden die mitgenommen um sie auf dem Revier nackt an einen Heizkörper zu ketten und sie anschließend mit Glassplittern zu traktieren.
Naja, eigentlich teile man uns bloß mit dass wir 100 Alus (die Übersetzung von Zloty) pro Person Strafe zahlen sollen.
Aber mit etwas Geschick konnten Mattew und Patricia die beiden runterhandeln auf 10 € pro Person.
Als wir gezahlt hatten, haben wir uns vorgenommen für den Rest des Urlaubs lieb zu sein.
Wir besprangen die nächste Bahn (in der bettelte ein Zirkus um Geld, die hatten sogar nen Elefanten dabei).
In Lodz angekommen liefen wir über einen Runden Platz, der nach verschiedenen Recherchen Patricias angeblich Würfelförmig sein sollte. Sie erklärte uns was es für ein Platz ist und wir vergaßen alles in der nächsten Minute.
Unser Ziel war europas längste verkehrsberuhigte Einkaufsstraße mit 5 km Länge.
Alle wollten Kaffee trinken, da ja das Frühstück nicht sonderlich gehaltvoll war. Sascha fing an zu ningeln, dass er zu seiner Mama will, weil die so gutes Essen machen würde.
Wir überhörten das gekonnt und ließen ihn in seinem Elend alleine.
Vor dem Kaffee besuchten wir noch einen Instrumentenladen. Zu unserem Entsetzen konnte man dort aber nur Kämme und Grashalme kaufen (zum “auf dem Kamm blasen” , naja und die Grashalmgeschichte kennt ja jeder).
Also gingen wir weiter und kamen endlich am einzigsten Café von Lodz. Die Bedienung wurde gleich sexuell belästigt, naürlich von allen 4 Bandmembers.
Während dessen, unterhielt sich Fabian mit Matthew über die momentane politische Lage in Usbekistan und ich lernte von Patricia polnische Schimpfworte.
Ich traute mich allerdings nicht sie zum Einsatz zu bringen, als ständig Bettler vorbeikamen. Schließlich hätten sie Tollwut haben können und mich beiße… wer weiß ??!!
Leider hatten wir nur begrenzt Zeit, da wir zum Mittagessen um 3 wieder in Zgierz sein wollten. Ja, ... Mittag um 3.
Wir schlenderten also noch eine Weile rum, kamen an einer Bühne vorbei, auf der grade Soundcheck gemach wurde.
Eine weitere Veranstaltung… .
Am liebsten hätte ich das Bauordnungsamt von Lodz angerufen um die Bühne wegen Lebensgefährlichkeit schließen zu lassen.
Leider hatte ich aber die Nummer grade nicht bei mir.
Also fuhren wir mit der Bahn zurück nach Zgierz.
Dort angekommen wurden wir in eine Pizzaria eingeladen.
Wir saßen draußen an nem Tisch, als ein Mann (stockbesoffen) aus dem Laden stürzte mit seltsamer weißer Flüssigkeit im ganzen Gesicht. Ich verdrängte schnell die Bilder in meinem Kopf.
Wir bestellten kleine Pizzas um dann festzustellen,dass die kleinen einen halben Meter Durchmesser hatten. Naja, manche von uns haben ja einen großen Bauch ….
Während der ersten Bissen kam ein seltsamer fischiger Geruch vorbeigezogen. Ich wieß natürlich alle darauf hin, dass es nur zwei Sachen gibt, die hier nach Fisch stinken könnten. Eine Sache wäre Fisch. Zum Glück war es auch Fisch, denn Fabian hatte Thunfischpizza bestellt,... mit Ananas.
Nach dem Essen rief die Werkstatt an, dass wir das Auto wieder abholen könnten. – Der Kilometerstand sei zurückgedreht und die Rahmennummer weggefeilt.
Also liefen wir (Matthew, seine Mutter, Fabian und ich) zum Auto von Matthews Mutter (übrigens eine Mittarbeiterin aus dem Soziokulturellem Zentrum in Zgierz). Der Rest ging in einen Schmuck und Reraffel-Laden um sich dort Rosenkränze zu kaufen.
Die spinnen die Römer !!!
Naja, als ich klein war, wollte ich mich auch schmücken.
An der Werkstatt angekommen, stellten wir fest dass die letzten arbeiten noch ausgeführt werden. Also warteten wir eine Weile.
15 € hat mich der Ausbau des Thermostats und der Wechsel des Signalgebers für den Kühlerlüfter gekostet.
Eine Investition die sich, leider merkte ich es erst später, nicht wirklich gelohnt hat. Aber was solls.
Im Anschluß ging es zurück zu diesem Sozikulturellem Zentrum, wo Matthews Mutter arbeitet und hinter dem am Abend das Konzert steigen soll.
Dort angekommen verschaffte ich mir erstmal einen kurzen Überblick über Technik, Bühne und Personal.
Ich war erstaunt über die amtliche Technik die aufgefahren wurde.
Ich war entsetzt über eine weitere Bühne, die noch nichts von der Versammlungsstättenverordnung gehört hat.
Es gab mir die Gewissheit, dass die von verschiedenen Kollegen erwartete Überflutung des Dt. Marktes mit polnischen Technikern und Technik wohl noch eine Weile auf sich warten lässt.
Am FoH angekommen erblickte ich ne Yamaha PM 2500.
Äußerst nettes Pult, Outboardmaterial war auch amtlicher als bei vielen Veranstaltungen hier in Dtl.
Ich versuchte dem anwesenden Techniker zu erklären, dass ich für die Herren Vain an diesem Abend den FoH-Sound erstellen werde. Leider verstand er nichteinmal die einfachsten englischen Worte wie Soundengineer.
Naja, zu meinem Glück mangelte es nicht an Dolmetscher.
Irgendwann hatte er es dann auch begriffen was ich will.
Aber in diesem Moment erreichte mich ein fürchterliches Gekreische,... als ich mich umdrehte sah ich Fabian, der mit knallrotem Kopf dastand, seine Hemdknöpfe schon abgeplatzt und dem schon Blut aus dem Mund lief, der mir mitteilen wollte, dass wir nochmal schnell zu Torggler fahren wollten um lustiges Ringelpietz mit Anfassen zu haben.
Also begaben wir uns nochmals auf den Weg. Leider weiß ich nicht mehr, was wir dort eigentlich gemacht haben, vielleicht wurde ich ja auch berauscht, durch polnischen Vodka, und habe dort den Mitarbeitern der Firma Freie-Liebe gepredigt. Wer weiß.
Also fuhren wir dann auch irgendwie wieder zurück.
Es gab wenig schmackhaften Kaffee und wenig gutaussehenden Frauen. Aber man kann ja nicht alles haben.
Ich verfolgte die Vorgehensweise des Technikers beim Soundcheck der ersten Band. Und was soll ich sagen…. vermutlich war der Werbeslogan der PA-Company “Laut und Schlecht”. Ich füllte meine Kaffeetasse erneut auf und hoffte das der Abend noch eine gute Wendung nehmen würde.
Die polnische Band verfügte über allerlei tolle Verstärker, welche man problemlos unter der Kategorie “Selbstbauschrott” verbuchen kann. Dieses trug nicht zu einem differenzierteren Sound bei.
Fabian war die ganze Zeit beschäftigt mit der Chefin dieses Zentrums. Nahm dabei allerlei Präsente entgegen. Aber was solls.
Im Anschluß machte er verschiedene abstoßende Fotos von der Band und von den Anwesenden.
Irgendwann war es dann auch soweit, ca. 4 Kaffee später,
Lenins-Rache, oder wie die erste Band hieß, war fertig.
Die 4 Leipziger Jungs bereiteten sich vor und montierten ihre Verstärker und sich sebst auf der Bühne (damit nichts durch die Löcher unter die Bühne fällt.
Wir machten einen kurzen Soundcheck und dann gings auch schon los. Das Publikum war begeistert.
Ich war damit beschäftigt einen völlig neuen Mix zu zaubern, damit man nicht mehr die Handschrift des letzten Technikers hören kann.
Das gelang mir recht schnell und das Set verging viel zu schnell.
Fabian mutierte zum Paparazzi.
Er fotografierte sollange, bis ein Unbekannter aus dem Publikum stürmte, ihm die Kamera entriß und sich dann schnell auf dem Klo in der zweiten Etage verdrückte.
Anschließend kam die Dorfpolizei mit einem Kremser um die vermeintlichen Lautmacher Vain auf eine Kremserfahrt zum Revier einzuladen.
Man entschied sich, nur noch einen letzten Song zu spielen um sich bei den Organisatoren, dem Publikum und wahrscheinlich bei dem gesamten Rest der Welt dafür zu bedanken dort gespilet haben zu dürfen. Für klaren und differenzierten Sound zu danken, war dann leider mit 2 Liter Lungenvolumen nicht mehr möglich.
Aber das bin ich so gewöhnt. Die Rockstars halt.
Jedenfalls gab sich die Polizei zu frieden und gab ihren Shettlandponies die Sporen.
Dafür bekam ich dann von Fabian auch kein Lob. Deswegen mußte ich dann dringend aufs Klo, welches vom Fotoapparat-Dieb wieder geräumt wurde, und so konnte mir mein Spiegelbild danken… sehr geil, wenn man mit jemanden spricht, der so gut aussieht.
Zurück hinter der Bühne, war ich mir nicht mehr sicher ob ich grad im 17°C kalten Zgierz war oder auf der einschlägig bekannten griechischen Insel Lesbos. Die Musiker sprangen mit freiem Oberkörper umher, betranken sich mit Bier und beeindruckten polnische, 15 jährige Mädchen mit ihren näßenden und vor allem zuckenden Exzemen auf ihren Rücken.
Ich ertrug es nicht, Fabian auch nicht. Also gingen wir zu unseren Vehiceln und er zauberte eine Flasche Wein raus. Diese öffnete er und fügte sich dabei mehrere Schnittverletzungen im Genitalbereich zu. Anschließend stellten wir dann auch fest, dass diese Verletzungen vollkommen umsonst waren, da der Wein ähnlich wie der Kaffee abartig schmeckte.
Also gingen wir zurück zur Bühne, wo die meisten der
Besucher sich schon verabschiedet hatten, schrieben uns ins Gästebuch ein, packten unser Zeug in die Autos und überredeten einige der Helfer noch mit zu Torggler zu kommen um dort ein bischen zu feiern.
Also fuhren wir allesamt zu einem 24h Laden (ja geil nich ??) und erklärten der Verkäuferin, was wir alles haben wollen. Säckeweise schleppten wir dort Alkoholika weg um sie nur Minuten später zu konsumieren. Sogar ich ließ mich auf Honiglikör ein.
In unserem Gästehaus angekommen, wurde erstmal das telefon aus der Wand gerissen und das Band unter Wasser gesetzt, damit sich auch alle anwesenden darin erinnern können, Rockstars zu sein.
Zum Wohlfühlen wurde ein Decken- und Sofalager vor dem Haus eingerichtet, welches die ideale Basis war, um schweinische Lieder zu singen und sich ein paar alkoholische Getränke in den Hals zu stellen.
Naja, die polnischen Freunde kamen dann auch vorbei und dies förderte die interkulturelle Unterhaltung enorm.
Man lernte von der anderen Sprache, besonders Fabian.
Der Rest hielt sich etwas bedeckt, und präsentierte den eigenen Landsleuten seinen exklusiven, vulgären Wortschatz.
In Anbetracht dessen, wird sicherlich jeder vermuten können, dass bereits einige Flaschen geleert waren.
Irgendwann ist auch der schönste Abend zu Ende und es begann auch zu regnen. Man verkrümmelte sich nochmal ins Haus, wo Fabian dann auch gleich ein paar Erinnerungsfotos von unseren polnischen Freunden machte. Ich kann mich leider nicht mehr direkt an alles erinnern. Nur eins,.... ich wollte gerne in mein Bett und das war voller Fusseln und Dreckklumpen…. , aber natürlich nahm ich das gelassen und war mehr als höflich bei der Verabschiedung.
Anschließend wurde geschlafen. Erstaunlicherweise schnarchte niemand, bzw. hörte ich es vielleicht auch nicht.
Am nächsten Morgen fuhren wir nach Hause. Auf dem Heimweg saß Rico bei mir und zeigte mir, was er alles so mit seiner kräftigen Hand machen kann…. er lenkte, während ich geschlafen habe. Naja, die Fahrt verlief fast ohne Probleme, außer dass Tankstellen keinen Strom hatten, wir aber nen leeren Tank, dass wir auf Mittagessen ewig warten mußten, dass Sascha sein Ausweis bei uns im Auto lag und wir schon an der Grenze standen mit einem halbstündigen Vorsprung zu den anderen, also umdrehen und warten.
Dann gegen 19 Uhr erreichten wir Leipzig und stellten fest, dass Sascha wahrscheinlich aus dem anderneeAuto gefallen sein muß.
Wie dem auch sei, .... irgendwie tauchten alle wieder auf.
Alles in allem war es eine erlebnisreiche Fahrt und sicherlich wären wir alle erfreut, sowas wiederholen zu können.
Und wenn Fabian nicht gestorben ist, dann hat er immer noch seine blutverschmierte Jeans an.
Danke für die Aufmerksamkeit !!!

Das letzte Bild, das ich auf der Polenreise gemacht habe. Nach der langen Nacht morgens 7:59 Uhr – eine Minute bevor ich die Band wie abgesprochen geweckt habe, um zu frühstücken, die Unterkunft wenigstens grob zu säubern und um 10:00 Uhr die Heimreise anzutreten.
Gegen 9:00 Uhr kam Mateusz mit einigen anderen vorbei, um sich von uns zu verabschieden. Auch sie waren ein wenig mitgenommen.
Was bleibt? – Es war eine tolle Erfahrung und wir haben uns vorgenommen, auf jeden Fall wieder nach Zgierz bei Lodz zu fahren und dort zu spielen.
Vielen Dank an unsere Gastgeber!!!
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Patrycja, unsere Dolmetscherin, und ein Mädchen, deren Name mir gerade nicht einfallen will… Unten ein paar Bilder vom Backstage, wo wir den Erfolg erstmal mit einem polnischen Bier begossen haben.


Die Verletzung habe ich mir zugezogen, als ich zur Feier des Auftritts eine Flasche Wein öffnen wollte… Dosenbier wäre da wohl ungefährlicher gewesen ;-)

Viele Bilder der Aftershow-Party sind leider nicht durch die Zensur gekommen ;-) Ihr könnt mir aber glauben, dass es ziemlich kewl war – und feucht-fröhlich! Um drei haben wir uns von unseren neuen Freunden verabschiedet und fielen in unsere Betten.


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Jörg Dunkel von der Musikwerkstatt Eilenburg ist als zweiter Autofahrer und vor allem Tontechniker mitgekommen. Er war begeistert von der Technik, die beim Festival zur Verfügung stand.

Zwei Fans und Marek vom Organisatoren-Team. Ich hoffe, ich kann noch einiges von seinen Video-Aufnahmen bekommen.
Drunter seht ihr ein paar Bilder vom eigentlichen Auftritt. Einfach genial. Eine super Stimmung. Das polnische Publikum geht total ab! Um 22:00 Uhr musste leider Schluss sein, da die Nachtruhe bei open air Veranstaltungen von der Polizei sehr streng kontrolliert wird.



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Mateusz’ Mutter, die selbst auch im soziokulturellen Zentrum in Zgierz arbeitet, zeigt und eines der Plakate für das Festival.

Die Geschäftsführerin hat mir eine CD und ein gerahmtes Bild mit dem Logo des Zentrums als Batik geschenkt.

Kruchy, eine Band aus Lodz, hat vor uns gespielt. Technisch sehr versierter, leicht angepopter Metal, auf den die Gäste total abgingen.
Die Website von KRUCHY
Eine andere Website von KRUCHY

Die Organisatoren waren selbst beim Feiern kräftig mit dabei :-)
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Auf diesem Bild sieht man (von links nach rechts) Jörg Dunkel von de Musikwerkstatt Eilenburg, Ferdinand Vain, Ramon Vain, Ricadilly Vain und Claude-Pierre Vain von vain:trash, Mateusz Mirys, der künstlerische Leiter des Festivals und unser Hauptansprechpartner, und Patrycja Sędecka, die uns eine Lodz-Führung auf deutsch gegeben hat und auch sonst als Dolmetscherin von großer Hilfe war.

So hübsch sind polnische Kellnerinnen!!! Also auf nach Lodz ;-)

In Lodz ist Arthur Rubinstein geboren, ein großer Pianist und DER Chopin-Interpret schlechthin. Dieses Denkmal steht vor seinem Geburtshaus.

Die Monsterpizza! – Ohne groß nachzudenken haben wir für jeden eine Pizza bestellt, die KEINER von uns geschafft hat. Den Rest haben wir eingepackt und nach dem Auftritt gegessen. Die Pizza war heiß und kalt der Hammer. Dazu werden Saucen gereicht: Tsatsiki und eine scharfe Tomatensauce. Sehr lecker.
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Heute sind wir losgefahren. Seit 11:00 Uhr bin ich im Auto – zum Proberaum alles einladen und dann mit zwei Wagen Richtung Polen. Der andere Wagen hat Probleme mit der Kühlung und wir können nur 100 km/h fahren.

Als wir gegen 22:00 Uhr in Zgierz ankommen, fällt uns ein, dass wir gar keinen konkreten Treffpunkt ausgemacht haben… sehr klug gehandelt… also müssen wir die einzelnen Standorte des Festivals abklappern und hoffen, noch unseren Ansprechpartner zu finden.
Doch wir haben Glück und treffen bald Mateusz Mirys, den künstlerischen Leiter des Festivals, ein junger Mann von 19 Jahren. Er ist ein sehr engagierter Mensch.
Wenn man den ganzen Tag auf der Straße war, kann man nicht so einfach Schluss machen. Die Jungs von vain:trasg packen also ihre Akustik-Instrumente aus und jammen ein wenig. Einige Gäste in der Kneipe gesellen sich dazu. Wir spielen gemeinsam und singen polnische, deutsche und englische Lieder. Leider habe ich von diesem Abend keine Fotos…
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